Die Bonn Open 2025 hatten am ersten Turniertag einen Überraschungsgast der Extraklasse: Dirk Nowitzki, die größte Legende des deutschen Basketballs, besuchte die Anlage des TC Blau-Gelb Bonn-Beuel – und begeisterte Fans, Spieler und Volunteers gleichermaßen. Es war einer jener Momente, die man nicht planen kann und die ein Turnier für immer prägen.
Als der 2,13-Meter-Hüne am Sonntag, dem 3. August, bestens gelaunt aus dem Auto stieg, staunten die Zuschauer nicht schlecht. Noch auf dem Weg zum Clubhaus erfüllte Nowitzki geduldig jeden Foto- und Autogrammwunsch – kein Stargehabe, keine Eile. Der ehemalige Power Forward der Dallas Mavericks ist weit über den Basketball hinaus als leidenschaftlicher Tennisfan bekannt. In seiner Jugend in Würzburg hatte er einst die Wahl zwischen dem runden und dem gelben Filzball. Bekanntlich entschied er sich für den Basketball – und schrieb damit Weltgeschichte. Doch die Liebe zum Tennis blieb lebendig. Erst kurz vor seinem Bonner Besuch hatte er im Mallorca Country Club Bälle unter anderem mit Dominic Thiem geschlagen – dem US-Open-Sieger von 2020.
In Bonn angekommen, ließ sich Nowitzki nicht lange bitten. Mehr als eine Stunde lang griff er auf dem Court selbst zum Schläger und spielte mit Turnierbesuchern. Um zum Court Nr. 10 zu gelangen, musste der 2,13-Meter-Hüne seinen Kopf ordentlich einziehen – der Türrahmen ließ kaum Spielraum. Auf dem Platz aber hatte er jede Menge davon. Mit wuchtigen Vorhandwinnern und gefühlvollen einhändigen Rückhand-Slices zeigte er, dass seine Tennisleidenschaft kein bloßes Hobby ist. Die Zuschauer reagierten auf jeden gelungenen Ballwechsel mit Jubel. „Du bist ja eine Ballmaschine!", lobte er seinen Spielpartner – und sorgte damit für noch mehr Begeisterung auf der Anlage.
Auch für die Fans, die selbst ein paar Bälle mit ihm schlagen durften, war es ein unvergessliches Erlebnis. „Das war sensationell!", schwärmte einer von ihnen noch Stunden später. Nowitzki selbst hörte nach der Einheit kaum auf zu fordern: „Einer noch!", rief er immer wieder, während der Schweiß über sein Gesicht lief. Als er am Ende einen makellos gespielten Stopp nicht mehr erlaufen konnte, grinste er breit und zog ein kurzes, treffendes Fazit: „Es hat Spaß gemacht!"
Nach der ausgedehnten Trainingseinheit schlüpfte der frühere NBA-Star in die Rolle des Zuschauers und nahm auf der Clubhausterrasse Platz. Dort verfolgte er das „Match of the Day" der Qualifikation – und das mit großer Hingabe. Im Mittelpunkt stand der Schwede Mikael Ymer, mit dem Nowitzki eine enge persönliche Verbindung verbindet. Mit geballter Faust, lauten Anfeuern und echter Emotion auf der Ehrentribüne trieb er Ymer durch ein hochklassiges Match gegen Gerard Campana Lee. Nach dem verwandelten Matchball des Schweden war Nowitzkis Freude kaum zu übersehen. Erst dann verabschiedete er sich langsam von der Anlage – und erfüllte auf dem langen Weg zurück zum Auto abermals unzählige Autogramm- und Selfie-Wünsche.
Fast vier Stunden hatte Dirk Nowitzki auf der Anlage des TC Blau-Gelb Bonn-Beuel verbracht. Sein Besuch war weit mehr als ein Prominenten-Auftritt: Er zeigte, welche Anziehungskraft die Bonn Open bereits in ihrer zweiten Auflage auf den deutschen Sport insgesamt ausübten. Und er sendete ein Signal weit über die Tenniscommunity hinaus – in eine Stadt, die sich gerade als bedeutender Standort des internationalen Spitzensports etabliert.